Die Entscheidung für Chemotherapie

Die Gabe von Medikamenten gegen Krebs – heute zumeist unter dem Begriff Chemotherapie zusammengefasst – erfolgte zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Krieg war es zu einem Senfgasunfall gekommen. Dabei hatte man entdeckt, dass die betroffenen Opfer kaum noch weisse Blutkörperchen aufwiesen. In der Folge kam man auf die Idee, Senfgas gegen Leukämie einzusetzen. Diese Behandlung hatte Erfolg, allerdings nur kurzzeitig.

Etwa zur gleichen Zeit entdeckte man eine Gruppe von Medikamenten, zu denen auch Methotrexat gehört, und die bei Kindern mit Leukämie erfolgreich zum Einsatz kamen. Nach den ermutigenden Ergebnissen bei der Behandlung von Blutkrebs wurde 1958 der erste Tumor geheilt, indem man Methotrexat gegen den seltenen Gebärmutterkrebs einsetzte.

Trotz dieser Erfolge war man relativ pessimistisch, was die Möglichkeiten der Krebsbekämpfung mit Hilfe von Arzneimitteln betraf. In den sechziger Jahren gab es die Onkologie noch nicht als medizinisches Fachgebiet. Der Durchbruch kam im Jahr 1965, als man eine Kombination aus mehreren Medikamenten einzusetzen begann. Damit war Krebs heilbar geworden. In den siebziger Jahren begann man, Chemotherapie einzusetzen, um die Wirkungen von Operationen und Bestrahlungen zu unterstützen. Die Fachbezeichnung für diese ergänzenden Massnahmen lautet adjuvante Therapie.

Hohe Erwartungen

Seit den sechziger und siebziger Jahren wurden enorme Fortschritte erzielt, aber die „magic bullet“ , die Wunderwaffe, die jede Form von Krebs beseitigen kann, wurde bis heute noch nicht gefunden. Aufgrund der grossen, bisher zu verbuchenden Erfolge erwarten wir manchmal zu viel von der medizinischen Wissenschaft. Im New England Journal of Medicine vom 25. Oktober 2012 erschien ein Artikel über die Erwartungen von Patienten zur Wirkung von Chemotherapie bei Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Bei metastasierendem Lungenkrebs oder Dickdarmkrebs kann Chemotherapie die Lebenserwartung um einige Wochen oder Monate verlängern oder die Schmerzen lindern. Den Krebs vernichten kann sie nicht. Wie sich herausstellte, waren sich 69 Prozent der befragten Patienten mit metastasierendem Lungenkrebs und 81 Prozent der befragten Patienten mit metastasierendem Dickdarmkrebs nicht darüber im Klaren, dass sie von einer Chemotherapie keine Heilung zu erwarten hatten. Möglicherweise war diesen Patienten nicht gut genug erklärt worden, welchem Ziel die Chemotherapie dienen sollte. Vielleicht wollten sie auch einfach nicht wahrhaben, dass eine Heilung unmöglich war. Fakt bleibt, dass es diesen Patienten nicht möglich war, eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen. Da Chemotherapie in der Regel mit schweren Nebenwirkungen verbunden ist, haben sie ihre letzten Tage vielleicht anders erlebt, als dies der Fall gewesen wäre, wenn ihnen die Konsequenzen ihrer Entscheidung für die Chemotherapie klar gewesen wären. Manche Patienten, die keine Heilungschancen mehr haben, möchten so lange wie möglich am Leben bleiben, etwa weil sie noch die Geburt eines Enkelchens erleben möchten. Andere möchten ihre letzte Lebensphase in möglichst guter Verfassung verbringen und verzichten deshalb auf eine Lebensverlängerung von einigen Wochen oder Monaten. Diese Entscheidung trifft jeder Mensch ganz individuell für seine Situation. Er sollte jedoch die Möglichkeit erhalten, eine bewusste Entscheidung zu treffen.

Tipps: Erkundigen Sie sich immer danach, welches Ziel die Behandlung hat und welche Erwartungen Sie daran knüpfen können. Fragen Sie solange nach, bis Sie alles verstanden haben. Ein Arzt oder ein Krankenpflegefachkraft muss Ihnen die Situation in verständlichen Worten erklären können. Fragen Sie auch, wie oft diese Form der Chemotherapie angewandt wird, wie hoch die Erfolgsquote ist und wie hoch die Erfolgsaussichten bei Ihnen vermutlich sind.

Welches Ziel hat die Chemotherapie?

  • Vollkommene Heilung des Krebses. Dies nennt man kurative Chemotherapie.
  • Erhöhung der Wirksamkeit anderer Behandlungen wie Bestrahlungen oder Operationen. Dies nennt man adjuvante Chemotherapie. Findet die Chemotherapie vor der Bestrahlung oder Operation statt, nennt man sie neoadjuvante Chemotherapie.
  • Verringerung des Risikos, dass der Krebs nach einer Bestrahlung oder Operation zurückkehrt. Dies fällt ebenfalls unter adjuvante Chemotherapie.
  • Erleichterung von Symptomen, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, beispielsweise durch Verzögerung des Tumorwachstums oder der Entstehung von Metastasen. Dies nennt man palliative Chemotherapie.

Wie wird Chemotherapie angewandt?

Aufgrund ihrer Giftigkeit wird die Chemotherapie mit genau eingeplanten Ruhepausen angewandt. Ein Therapieschema besteht aus einer vom Arzt bestimmten Anzahl von Chemotherapiezyklen mit Behandlungspausen. Dieser Behandlungsplan wird auf die individuelle Krebserkrankung des Patienten abgestimmt. Häufig müssen sich Patienten mehreren Chemotherapien unterziehen. Bei Medikamenten denkt man in der Regel an Tabletten, die man mit Wasser einnimmt. Bei manchen Chemotherapieformen ist dies tatsächlich der Fall, andere werden gespritzt. Dafür gibt es verschiedene Methoden. Bei einigen Krebsformen werden die Medikamente direkt unter die Haut oder in einen Muskel oder eine Vene gespritzt. Bei anderen Krebsarten wird die Chemotherapie in eine Körperöffnung injiziert, etwa in die Blase oder in die Bauchhöhle.

Die meisten Injektionen erfolgen jedoch in die Vene. Dazu wird in der Regel eine Kanüle in die Hand oder in den Arm gelegt. Diese Kanüle kann dort bis zu 36 Stunden verbleiben. Wenn ein Zugang zu einer grossen, tiefer liegenden Vene erforderlich ist, wird auch ein Port unter die Haut eingesetzt. Auch Venenkatheder sind möglich. Katheter und Ports können mehrere Monate im Körper verbleiben. Dabei ist eine grosse Sorgfalt erforderlich, um das Infektions- oder Verstopfungsrisiko möglich klein zu halten. Katheter und Port müssen regelmässig gespült werden.

Müssen Medikamente gleichmässig verabreicht werden, werden sie über eine Infusion in der Kanüle, im Katheter oder im Port tropfenweise verabreicht. Das kann einige Stunden oder Tage dauern. Es gibt auch Krebsformen, bei denen die Chemotherapie intrathekal verabreicht wird, also über eine Injektion in den Rückenmarkskanal. Wenn die Krebszellen Zugang zum Hirnwasser haben, muss die Chemotherapie in diese Flüssigkeit eingespritzt werden. Eine solche Injektion in den Rückenmarkskanal kann unter anderem Kopfschmerzen zur Folge haben.

Tipps: Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie eine Chemotherapie wünschen, erkundigen Sie sich, wie sie in Ihrem Fall verabreicht würde und ob Sie darüber mitentscheiden können. Die Tatsache, wie einfach oder wie kompliziert die Durchführung der Chemotherapie ist, kann Ihnen vielleicht bei Ihrer Entscheidung helfen. Wenn Sie keine Chemotherapie wünschen, bedeutet das nicht, dass das Spital Sie nicht weiterbehandelt. Erkundigen Sie sich nach alternativen Behandlungsformen. Sie haben grundsätzlich das Recht, eine Behandlung zu fordern, die die Schmerzen erträglich macht.

Resistenz

Zu den Problemen einer Chemotherapie gehört die Tatsache, dass Krebstumore auf Dauer gegen das Mittel resistent werden, dass sie zerstören soll. Eine Dosis, die den Krebs auf einmal gründlich beseitigen könnte, würde auch alle gesunden Zellen vernichten und damit auch ihren Träger. Die kleineren Dosen, die der Mensch mit gewissen Ruhepausen verträgt, sorgen dafür, dass eine bestimmte Menge von Krebszellen gegen das Mittel eine Resistenz entwickelt, die dann ungebremst wuchern können. Vor Kurzem haben Studien ergeben, dass Chemotherapie bei bestimmten gesunden Zellen zu einer DNA-Schädigung führt, sodass diese ein Protein mit der Bezeichnung WNT16B produzieren, welche das Tumorwachstum sogar noch fördert. Dies eröffnet natürlich neue Forschungsperspektiven, zeigt jedoch auch, wie lang der Weg ist, der noch zu gehen ist, und wie wenig wir noch darüber wissen, wie der Krebs wirkt und wie der Körper darauf reagiert.

Nebenwirkungen

Weil Chemotherapie giftig für den Körper ist, ist es nicht verwunderlich, dass eine solche Behandlung für die Patienten in der Regel mit schweren Nebenwirkungen verbunden ist. Wenn der Körper beim zweiten Mal das Gift erkennt, das ihn geschädigt hat, reagiert er zumeist wie immer, wenn er gefährliche Stoffe möglichst schnell abführen will: mit Erbrechen und Durchfall. Das führt dazu, dass sich Patienten nach einer Chemotherapie häufig sehr schlecht fühlen. Ausserdem kann es durch die Zellenschädigung zu zahlreichen vorübergehenden oder dauerhaften Nebenwirkungen, wie etwa Haarausfall, kommen.

Tipp: Teilen Sie Ihren Ärzten immer mit, wenn Sie ergänzende Therapien oder Arzneimittel verwenden, wie etwa Kräuter gegen die Nebenwirkungen oder aus anderen Gründen. Manche dieser Mittel können die Wirkung Ihrer Chemotherapie einschränken oder aufheben. Akupunktur hat den Vorteil, dass es keine Nebenwirkungen verursacht. In Oncoline, der Online-Richtlinie für Krebsbehandlungen wird Akupunktur – sofern verfügbar – als Mittel gegen Nebenwirkungen genannt.

Erschöpfung bei Krebs (CRF)

Erschöpfung ist eine bekannte Nebenwirkung von Krebs und vor allem auch von Chemotherapie. Dabei handelt es sich nicht um eine normale Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag, sondern um eine lähmende Müdigkeit, bei der auch Ausruhen oder Schlafen keine Abhilfe bietet. Diese Form der Erschöpfung wird auch „Cancer-related fatigue“ (CRF) oder kurz Fatigue genannt.

Natürlich sind nicht nur Krebserkrankungen mit grosser Müdigkeit verbunden. Aber für so manchen Patienten sind Erschöpfungserscheinungen der Anlass, sich an den Hausarzt zu wenden, sodass die Diagnose Krebs gestellt und die Behandlung aufgenommen werden kann.

Tipps bei CRF

  • Negieren Sie Ihre Müdigkeit nicht. Damit würde sich Ihre Situation nur noch verschlechtern. Stellen Sie sich darauf ein und setzen Sie Prioritäten in Ihrem Leben: Tun Sie nur die Dinge, die wirklich wichtig sind und bitten Sie Ihre Familie, Nachbarn und Kollegen um Hilfe.
  • Führen Sie Tagebuch, in dem Sie festhalten, wann Ihre Erschöpfung am grössten ist. Wenn Sie diese Aufzeichnungen nach einer oder zwei Wochen analysieren, können Sie erkennen, zu welchen Zeiten Sie die meiste Energie haben, und so können Sie Ihren Tage entsprechend gestalten. Ein solches Tagebuch ist auch ein praktisches Hilfsmittel, um Ihren Arzt über Nebenwirkungen zu informieren.
  • Ernähren Sie sich gut und trinken Sie ausreichend, etwa zwei Liter täglich.
  • Nahrungsergänzungsmittel können hilfreich sein, beispielsweise ein Multivitaminpräparat, das mindestens 100 Prozent der empfohlenen Tagesdosis an Vitaminen und Mineralstoffen enthält. Auch die Einnahme dieser Ergänzungspräparate melden Sie bitte Ihrem Arzt.
  • Vitamine und Mineralstoffe enthalten jedoch keine Kalorien, und Kalorien sind für die Energieaufnahme des Körpers entscheidend. Nehmen Sie mindestens die für Ihr Alter und Ihr Geschlecht empfohlene Kalorienmenge zu sich. Wenn Sie wegen Ihrer Krebserkrankung und der Chemotherapie Gewicht verloren haben, versuchen Sie täglich zusätzlich 500 Kalorien zu sich zu nehmen.
  • Vor allem Eiweisse sind wichtig, um das geschädigte Körpergewebe durch neues zu ersetzen. Wichtige Eiweissquellen sind Molkereiprodukte, Fisch, Hähnchen, Fleisch und Eier.
  • Wichtig ist auch, in Bewegung zu bleiben, denn selbst für gesunde Menschen ist es nicht zuträglich, wenn sie den ganzen Tag nur sitzen oder liegen.

Akupunktur bei Fatigue (CRF)

Am 29. Oktober 2012 erschien in der medizinischen Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology ein Bericht über eine randomisierte Studie mit Kontrollgruppe (eine sogenannte RCT = randomized controlled trial) in Grossbritannien über die Wirkung von Akupunktur auf Fatigue bei Brustkrebs-Patientinnen. Ein Viertel der Teilnehmerinnen erhielt eine Broschüre mit Informationen und Tipps zum Umgang mit der Fatigue. Die anderen drei Viertel der Patientinnen wurden ausserdem sechs Wochen lang einmal wöchentlich von einem Akupunkteur an drei Akupunkturpunktepaaren behandelt. Das Ergebnis war, dass die Frauen, die Akupunktur erhalten hatten, sowohl geistig wie körperlich weniger Ermüdungserscheinungen aufwiesen. Sie hatten auch weniger unter Angst und Depressionen zu leiden. Die Schlussfolgerung des Artikels lautet, dass Akupunktur eine wirksame Methode ist, mit Fatigue umzugehen und die Lebensqualität der Patientinnen zu verbessern. Im redaktionellen Kommentar in derselben Ausgabe des Journal of Clinical Oncology wird das Beispiel einer doppelblinden randomisierten Studie nach der Wirkung eines stimulierendes Mittel (Ritalin) auf CRF genannt, bei der die Kontrollgruppe ein Placebo erhielt. Es zeigte sich, dass das stimulierende Mittel nicht besser wirkte als das Placebo.

Tipps: Wenn Sie aufgrund Ihrer Krebserkrankung oder die Chemotherapie sehr müde sind, überlegen Sie, ob Akupunktur für Sie in Frage kommt. Akupunktur wird häufig bei Krebspatienten eingesetzt, ist jedoch nicht immer verfügbar. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem behandelnden Arzt oder mit Ihrem Akupunkteur. Achten Sie darauf, dass der Akupunkteur auch Arzt ist. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Sie viele Medikamente erhalten.

Reflexologie

Bei der Reflexologie handelt es sich um eine spezielle Fussmassage, die schon im alten Ägypten angewandt wurde. Sie basiert auf der Vorstellung, dass die Stimulierung bestimmter Punkte des Fusses die Funktionsfähigkeit bestimmter Organe verbessern kann. Selbstverständlich ist eine Fussmassage auch angenehm. Wenn Sie sich einer Chemotherapie unterziehen müssen, ist eine Fussmassage sicher willkommen. Aber kann sie auch die Nebenwirkungen der Chemotherapie dämpfen? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Michigan State University in den USA nachgegangen. Sie haben 365 Frauen untersucht, die in einem fortgeschrittenen Burstkrebsstadium eine Chemotherapie oder eine Hormontherapie erhielten. Die Frauen wurden willkürlich in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe wurde von einem geprüften Reflexologen behandelt, die zweite Gruppe erhielt eine Fussmassage, die als eine Art Placebo diente, und die dritte Gruppe bekam nur die normale ärztliche Behandlung. Es handelte sich also um eine randomisierte Kontrollstudie. Das Ergebnis war, dass die Frauen in der Reflexologiegruppe signifikant weniger unter Kurzatmigkeit litten und weniger Probleme beim Treppensteigen, Ankleiden und Einkaufen hatten. Die Forscher waren überrascht, dass die Wirkung körperlicher und nicht psychischer Art war, denn die Behandlung zeigte wesentlich weniger Wirkung bei emotionalen Symptomen wie Angst und Depression. Ein anderes überraschendes Ergebnis bestand darin, dass die Frauen aus der normalen Fussmassagengruppe angaben, sie litten weniger unter Müdigkeit. Dies war ein besseres Resultat als bei den Frauen, die vom Reflexologen massiert worden waren. Diese Studie erschien in Oncology Nursing Forum im November 2012.

Tipp: Wenn Ihre Versicherung die Kosten für Reflexologie-Behandlungen nicht erstattet und Sie diese Kosten nicht selbst tragen können, bitten Sie Menschen in Ihrem Umfeld, Ihre Füsse zu massieren, wenn Ihnen dies angenehm erscheint. Wer weiss, vielleicht hilft Ihnen dies auch gegen die Müdigkeit.

Gezielte Krebstherapie („targeted cancer therapies”)

„Targeted therapies“ bedeutet „gezielte Therapien“. Dabei handelt es sich um Medikamente, die dafür entworfen wurden, gezielt einen oder mehrere der biologischen Prozesse zu stören, die Krebszellen für ihr Wachstum und ihre Vervielfältigung benötigen. Zu den gezielten Therapien gehören auch die Stoffe, die den Krebszellen das Signal zum Absterben geben. Diese Therapieformen sind noch relativ neu. Sie bestehen erst seit etwa fünfzehn Jahren, und es finden noch viele Studien nach neuen Medikamenten und nach neuen Anwendungen bestehender Medikamente statt. Der grosse Vorteil der gezielten Therapien besteht darin, dass sie für den Körper ungiftig sind. Bis in die späten neunziger Jahre griffen praktisch alle Medikamente in den Zellteilungsprozess ein. Dabei wurden auch gesunde Zellen vernichtet. Ein Beispiel für gezielte Therapien sind die Angiogenese-Hemmer.

Als Angiogenese wird die Bildung neuer Blutgefässe bezeichnet. Der Körper verwendet diesen Mechanismus beispielsweise zur Heilung von Wunden. Tumore verschaffen sich damit ihre eigene Blutzufuhr, sodass sie besser wachsen können. Die Angiogenese-Hemmer verhindern diesen Prozess, sodass der Tumor nicht wachsen kann. Auch bei gezielten Therapien ist die Möglichkeit gegeben, dass Resistenzen entstehen.

Genomstudien

Ein anderes neues Untersuchungsgebiet im Kampf gegen den Krebs sind Genomstudien. Dabei werden die genetischen Fehler und Mutationen untersucht, durch die Krebs verursacht wird. Sobald diese Fehler erfasst sind, können sie angegangen werden. Genomstudien und gezielte Therapien weisen also gemeinsame Berührungspunkte auf.

Genomforschung findet auf internationaler Ebene statt, so auch am ISREC , dem Swiss Institute for Experimental Cancer Research in Lausanne, aber auch in den Niederlanden am Cancer Genomics Center. Durch die internationale Zusammenarbeit und den Wissensaustausch können wir einen grossen Beitrag zum Kampf gegen den Krebs leisten. Staatliche Fördermittel und Spenden von Privatpersonen sind dabei von grösster Wichtigkeit.

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